Die Deichtorhallen

Zwischen 1911 und 1914 wurden die Deichtorhallen auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Bahnhofs, des Hamburger Gegenstücks zum "Hamburger Bahnhof" in Berlin, als Markthallen errichtet. Sie stellen eines der wenigen erhaltenen Beispiele der Industriearchitektur der Übergangsperiode vom Jugendstil zu den Ausdrucksformen des 20. Jahrhunderts dar.


© Wolfgang Neeb


Die beiden Hallen sind offene Stahlkonstruktionen: die nördliche Halle, ein dreischiffiger Langbau mit 3800 qm Ausstellungsfläche, die südliche Halle (1800 qm) ein Zentralbau mit Laterne.
Die restaurierten Deichtorhallen befinden sich nach der Schenkung durch die Körberstiftung im Besitz der Stadt Hamburg. 1989 wurden sie der Deichtorhallen-Ausstellungs GmbH übergeben.
Im Laufe ihrer Geschichte haben sich die Deichtorhallen Hamburg zu einem Ausstellungshaus für Photographie und zeitgenössische Kunst mit zwei institutionellen Standbeinen - zwei Häuser unter einem Dach - entwickelt. Daneben werden auch für Fremdveranstaltungen Zeiten freigehalten.
Im Dialog dazu werden in der nördlichen Deichtorhalle – der größten zusammenhängenden Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst in Europa – in Großprojekten künstlerische Positionen der Gegenwart vorgestellt. Einzelausstellungen von Malern, Bildhauern, Photokünstlern und Designern mit internationalem Ruf stehen dabei im Vordergrund. Die Projekte werden dabei zumeist ortsspezifisch in enger Kooperation mit den Künstlern entwickelt.
Auch finden regelmäßig Ausstellungen mit einer programmatischen Nähe von Kultur und Alltag sowie mit kulturhistorischen Themen statt, die sich bewusst an ein breites Publikum wenden.

Seit 1989 wurden mehr als 100 große Ausstellungsprojekte realisiert. Neben großen monographischen Ausstellungen von bekannten Künstlern wie Andy Warhol, Marc Chagall, Keith Haring, Martin Kippenberger oder Louise Bourgeois werden auch jüngeren künstlerischen Positionen immer wieder sehr früh große Ausstellungen eingeräumt.
Hier sind u.a. die umfangreichen Präsentationen der Künstler Andreas Gursky (1994), Cindy Sherman (1995), Jason Rhoades (1999), Andrea Zittel (1999), Elizabeth Peyton (2001), Wolfgang Tillmans (2001), Anri Sala (2004), Jonathan Meese (2006), Erwin Wurm (2007) und Fischli & Weiss (2008) zu nennen.
Darüber hinaus werden Themen- und Gruppenausstellungen sowie große internationale Kunstsammlungen wie die Sammlung des Centre Pompidou (1990) oder die Sammlung Goetz (1998/99) gezeigt.
Neben bedeutenden internationalen Ausstellungen zur Kunst und zum Medium Photographie entwickelt die neue Institution ein breites kunstpädagogisches und wissenschaftliches Programm, das rund um die Dauerleihgabe der Sammlung F.C. Gundlach die Rolle der Deichtorhallen als Ort der Begegnung mit Kunst und dem kreativen Schaffen der Gegenwart verstärken wird.


Das aktuelle Programm der Deichtorhallen finden Sie unter www.deichtorhallen.de

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